08 Februar 2024

 Mein kleines Herzchen ist ganz schwer.

Die Erinnerung an eine gute Zeit, die unbeschwert war, voller Lachen und chaotischer, jugendlicher Energie legt sich auf mein Herz.
Zum einen bin Ich dankbar, dass Ich so schöne Erinnerungen habe; das ist nicht selbstverständlich. Zum anderen bin Ich traurig, dass es über 15 Jahre her sind. An das letzte Mal mit der Clique auf dem Vorplatz vom Jugendzentrum erinnere Ich mich nicht, wahrscheinlich wusste keiner von uns, dass es das letzte Mal sein würde. Wir hatten bestimmt eine Menge Spaß, haben gejohlt und gebrüllt, gekichert und gelacht. Die umliegenden Anwohner haben uns sicherlich verflucht, besonders schlimm waren die Abende mit Handy-Weitwurf, oder wenn das Jugendzentrum geschlossen war und wir alle über Stunden hinweg draußen Radau gemacht haben. Vielleicht waren unsere letzten Besuche auch nicht ganz so laut, die Dynamik in der größeren Gruppe hatte sich verändert, seit D und K nicht mehr kamen. 

Es juckt mir in den Fingern nochmal am Jugendzentrum vorbei zu schauen, aber Ich bin keine 17 mehr, mein Leben besteht nicht mehr nur aus Schule, Videospielen und Musik hören. Ich lebe in einer völlig anderen Stadt, habe eine feste Beziehung und bin ein Montag-bis-Freitag-Stubenhocker geworden. Einmal im Quartal schaffe Ich es eventuell in einem Metal-Schuppen ein bisschen Energie in Schweiß und schmerzende Knie umzuwandeln. Aber es lässt sich keineswegs mit damals vergleichen. 

Zwar ist mir zum Heulen zumute aber nicht nur weil Ich mir bewusst bin, dass "es niemals wieder so wie früher sein wird" sondern weil es auch viele schöne Momente gab. So manche erste Küsse gab es für ein paar Anwesende, gewonnene und verlorene Wetten (Ich hab mir mal eine Tafel 99% Zartbitterschokolade in den Leib gezwungen, um "Dominanz zu etablieren") und große Wiedersehen-Szenen (Ja, echt schlimm, wenn man sich seit einer Woche nicht mehr gesehen hat). 

Ja, "bitter extra kräftig" kann Ich nach all den Jahren immer noch im Rachen schmecken

Mit so vielen Jahren Abstand fühle Ich mich wie eine Beobachterin die sich irgendwo unauffällig im Hintergrund aufhält und sanft lächelt. Die ganzen guten Erinnerungen überstrahlen die wenigen schlechten, denn wir haben es geschafft, dass es nur gelegentliche Streitereien und noch viel seltenere Kreislauf-Kollapse gab. 

Vor einigen Wochen hatte Ich das Opening von der alten Berserk-Anime-Serie aus den 90ern zufällig in einem Video gehört, lediglich nur das Gitarrenriff. Aber es hat hinten rechts im Hirn gejuckt und nach einer gefühlten Ewigkeit, die es brauchte um die hunderte Kommentare zu durchforsten um den Interpreten und das Lied zu finden, habe Ich es nochmal gehört, und es hat mich in das Jahr 2004 versetzt, als Ich einen wunderbaren Vormittag mit meiner Schwester im Comic-Laden verbrachte und wir im Auto abwechselnd Stillste Stund oder den Berserk Soundtrack hörten. Und genau an diesem Tag hat sie oben am Jugendzentrum geparkt. Den Geruch vom Regen hab Ich in der Nase, die Bäume die den Parkstreifen säumten vor Augen. Dieses Erlebnis von vor ein paar Wochen verstärkt die Nostalgie sicherlich noch zusätzlich.

Wie Dr. Seuss so schön sagte: "Sometimes you will never know the value of a moment until it becomes a memory."

Und manchmal denk Ich an dieses Zitat, wenn Ich mit meinen jetzigen Freunden zusammen bin und lächel sanft.

04 August 2016

Erinnerung

Es war ein grauer Tag im November 2014. Ich saß auf dem Sofa, sie stand an der Spüle. Es war still aber keineswegs unbehaglich. Es war warm und der Duft vom Essen hing noch immer in der Luft. Plötzlich brach sie die Stille

"Weißt du... manchmal kommt mir diese Wohnung vor wie eine Zeitmaschine"

Sie überraschte mich oft mit tiefgründigen Feststellungen und Ansichten, wo sie doch sonst so ein quirliges Mädchen war.
Eine Zeitmaschine. Es machte Sinn, schließlich war es ein grauer Sonntag im November 2014, an dem wir keinen Schritt vor die Tür gemacht hatten und draußen alles still lag. In den Wohnungen über, unter und gegenüber von uns lebten andere Menschen, in der ganzen Nachbarschaft leuchteten die Fenster. Am nächsten Tag würde die Melancholie verflogen sein und dieser graue Sonntag würde irgendwann in Vergessenheit geraten. Diese Wohnung ist eine Zeitmaschine, in der man alles um sich herum vergisst und sich ganz auf sich selbst konzentrieren kann und die Zeit ist unaufhaltsam.

Nach meinem zustimmenden "Mhmm" fing sie wieder an zu lachen und zu singen.

01 Januar 2016

Neujahrsgruß

Endlich ist 2015 vorbei.
Was für ein schreckliches Jahr, bestehend aus Tod, Verlust, Enttäuschung und gebrochenem Herz.

Endlich ist 2015 vorbei.
Was für ein schreckliches Jahr bestehend aus schlechten Nachrichten, wenigen guten Nachrichten, einer Menge Unbehagen und Tränen.

Endlich ist 2015 vorbei.
Nach acht Jahren kann Ich allerdings immer noch nicht so recht abschließen, immer noch wie ein Geist der mich heimsucht, taucht J in meinen Träumen auf, jedes Mal falle Ich ihm um den Hals und küsse ihn auf die Stirn und versuche mich unendliche Male zu entschuldigen. Er winkt es lässig ab und alles ist wie früher.

Endlich ist 2015 vorbei.
Die Sehnsucht mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen allerdings noch nicht.

Endlich ist 2015 vorbei.

2016 lächelt mich mit einer neuen Anstellung an, die mich zeitlich entlasten wird.
2016 gibt mir Chancen, Hoffnung und all den Quatsch, aber hauptsächlich das gute Gefühl:

Endlich ist 2015 vorbei.

05 August 2014

Wohin?

Viel zu oft frage Ich mich wohin Ich soll. Ob mit wichtigen Fragen, die das Internet nicht für mich beantworten kann oder mit meinen Ängsten und Sorgen. An wen kann Ich mich wenden, ohne zu viel preis zu geben oder andere mit meinen Problemen runter zu ziehen.

Viel zu oft liege Ich noch wach und frage mich "Wohin verschlägt es mich als nächstes? Wieder in eine neue Stadt oder nur ein neues Büro?"

Viel zu oft frage Ich mich selbst "Wohin führt diese Beziehung?"

Viel zu selten frage Ich mich selbst "Bist du überhaupt zufrieden? Bist du glücklich? Was willst du?"

Einen groben Masterplan habe Ich entwickelt, der Erfolg und innere Zufriedenheit als Zwischenziele umfasst. Andere Haltestellen sind Kinder kriegen, Haus bauen, Haus acht mal neu einrichten, Haus das neunte mal einrichten und es einfach so lassen, fantastische Abendessen, nach Rezepten aktueller Zeitschriften, mit Freunden auf der Terrasse mit Tiki-Lampen, Urlaub in Skandinavien, eine Papageienzucht. Das Endziel ist vor Lachen zu sterben.

Aber wie komme Ich dahin? In welche Himmelsrichtung muss Ich mich wenden? Nord, Ost, Süd oder zurück in den Westen?

Und noch nie fragte Ich mich "Warum?"

26 September 2013

Wohin nur mit all meinen Sorgen?

Ich bin kein großer Freund von mysteriösen Einträgen oder Status-Updates, dennoch weiß Ich nicht meine Gefühle und Gedanken zu begreifen.

16 August 2013

Zwiespalt

Soll Ich oder soll Ich nicht?
Darf Ich überhaupt?

Kann Ich es?

Vielleicht, vielleicht auch nicht, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Und was sind die Auswirkungen, wenn es doch passiert?


Ich sollte mir den Kopf nicht mit schlechten Gedanken beladen.
Soll Ich oder soll Ich nicht?

27 Januar 2013

Gewaltphantasien

Immer mal wieder packt es mich. Ich gehe auf dem Bürgersteig, das Klackern meiner Absätze geht unter in dem andauernden Rauschen der gehetzten Fahrzeuge, ein älterer Mann kommt mir auf dem Fahrrad entgegen. Ich kenne ihn nicht, habe ihn noch nie gesehen, er hat mir nichts getan. Es ist zwar kalt, aber den Atem sieht man noch nicht in der Luft. Als er genau neben mir ist, remple Ich ihn um. Ich verpasse ihm einen kräftigen Schubs mit meinem Oberkörper. Er fällt auf die Straße und von seinem Fahrrad, das heranrollende Auto schafft es nicht rechtzeitig zu bremsen und überfahrt ihn. Daraufhin fährt dem Wagen noch einer rein, Airbags gehen reihenweise auf. Der Mann liegt halb unter dem Wagen, der Schädel gespalten, die Gliedmaßen verdreht, Blut fließt aus seinem offenen Kopf, die Augen weit aufgerissen, als würde ein unsichtbarer ihm die Lider aufhalten und seinen Kopf genau in meine Richtung drehen, damit Ich das letzt bin, was er ansieht. Der Mann nickt mir freundlich zu, Ich lächle, er fährt weiter.