Mein kleines Herzchen ist ganz schwer.
Die Erinnerung an eine gute Zeit, die unbeschwert war, voller Lachen und chaotischer, jugendlicher Energie legt sich auf mein Herz.
Zum einen bin Ich dankbar, dass Ich so schöne Erinnerungen habe; das ist nicht selbstverständlich. Zum anderen bin Ich traurig, dass es über 15 Jahre her sind. An das letzte Mal mit der Clique auf dem Vorplatz vom Jugendzentrum erinnere Ich mich nicht, wahrscheinlich wusste keiner von uns, dass es das letzte Mal sein würde. Wir hatten bestimmt eine Menge Spaß, haben gejohlt und gebrüllt, gekichert und gelacht. Die umliegenden Anwohner haben uns sicherlich verflucht, besonders schlimm waren die Abende mit Handy-Weitwurf, oder wenn das Jugendzentrum geschlossen war und wir alle über Stunden hinweg draußen Radau gemacht haben. Vielleicht waren unsere letzten Besuche auch nicht ganz so laut, die Dynamik in der größeren Gruppe hatte sich verändert, seit D und K nicht mehr kamen.
Es juckt mir in den Fingern nochmal am Jugendzentrum vorbei zu schauen, aber Ich bin keine 17 mehr, mein Leben besteht nicht mehr nur aus Schule, Videospielen und Musik hören. Ich lebe in einer völlig anderen Stadt, habe eine feste Beziehung und bin ein Montag-bis-Freitag-Stubenhocker geworden. Einmal im Quartal schaffe Ich es eventuell in einem Metal-Schuppen ein bisschen Energie in Schweiß und schmerzende Knie umzuwandeln. Aber es lässt sich keineswegs mit damals vergleichen.
Zwar ist mir zum Heulen zumute aber nicht nur weil Ich mir bewusst bin, dass "es niemals wieder so wie früher sein wird" sondern weil es auch viele schöne Momente gab. So manche erste Küsse gab es für ein paar Anwesende, gewonnene und verlorene Wetten (Ich hab mir mal eine Tafel 99% Zartbitterschokolade in den Leib gezwungen, um "Dominanz zu etablieren") und große Wiedersehen-Szenen (Ja, echt schlimm, wenn man sich seit einer Woche nicht mehr gesehen hat).
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| Ja, "bitter extra kräftig" kann Ich nach all den Jahren immer noch im Rachen schmecken |
Mit so vielen Jahren Abstand fühle Ich mich wie eine Beobachterin die sich irgendwo unauffällig im Hintergrund aufhält und sanft lächelt. Die ganzen guten Erinnerungen überstrahlen die wenigen schlechten, denn wir haben es geschafft, dass es nur gelegentliche Streitereien und noch viel seltenere Kreislauf-Kollapse gab.
Vor einigen Wochen hatte Ich das Opening von der alten Berserk-Anime-Serie aus den 90ern zufällig in einem Video gehört, lediglich nur das Gitarrenriff. Aber es hat hinten rechts im Hirn gejuckt und nach einer gefühlten Ewigkeit, die es brauchte um die hunderte Kommentare zu durchforsten um den Interpreten und das Lied zu finden, habe Ich es nochmal gehört, und es hat mich in das Jahr 2004 versetzt, als Ich einen wunderbaren Vormittag mit meiner Schwester im Comic-Laden verbrachte und wir im Auto abwechselnd Stillste Stund oder den Berserk Soundtrack hörten. Und genau an diesem Tag hat sie oben am Jugendzentrum geparkt. Den Geruch vom Regen hab Ich in der Nase, die Bäume die den Parkstreifen säumten vor Augen. Dieses Erlebnis von vor ein paar Wochen verstärkt die Nostalgie sicherlich noch zusätzlich.
Wie Dr. Seuss so schön sagte: "Sometimes you will never know the value of a moment until it becomes a memory."
Und manchmal denk Ich an dieses Zitat, wenn Ich mit meinen jetzigen Freunden zusammen bin und lächel sanft.

